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Veranstaltungsreihe im November: Kulturwochen Afghanistan

UPDATE: Viele Veranstaltungen, die werden auf Februar 2021 verschoben. Aber es gibt auch einige digitale Veranstaltungen, die trotzdem stattfinden. Hier ein Überblick:

Im November beginnt das Projekt „Kulturwochen – Der andere Blick“. Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm in der Landeshauptstadt Kiel gibt Einblicke in das Land Afghanistan und lädt ein, den eigenen Blick zu erweitern.

Das Programm
Ausstellungen, Filme, Musik, Theater, Vorträgen und Diskussionen bieten Raum für Austausch und schaffen Solidarität.
Wir blicken in analogen und digitalen Veranstaltungen auf die Zeitgeschichte des Landes, rücken Themen wie Frauenrechte und Klimawandel in den Fokus, und geben Menschen aus Afghanistan eine Bühne, um selbst zu berichten.

Das komplette Programm und alle wichtigen Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie auf  www.kulturwochen-kiel.de.

Bitte denken Sie daran, einen Mund-Naseschutz mitzubringen. Die aktuellen Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie werden bei allen Präsenz-Veranstaltungen eingehalten.

Wie kam es zu dem Projekt?
Im Jahr 2015 kamen viele Geflüchtete in der Stadt Kiel an. Auch wenn die mediale Aufmerksamkeit abgenommen hat, kommen weitere Menschen in die Landeshauptstadt. Eine Vielzahl der Menschen hat in Kiel ein neues zu Hause gefunden. Integration ist dabei Schlüssel, um diesen Menschen ein Ankommen in Kiel zu erleichtern. Auf der anderen Seite gibt es eine Vielzahl von Bürger*innen, die kaum Berührungspunkte mit Menschen aus anderen Herkunftsländern haben. Besonders in einer Zeit, in der Meinungen sich polarisieren und unsere Demokratie einen Rechtsruck erfährt, sind persönliche Begegnungen und gegenseitiges Verständnis wichtig. Deshalb will das Projekt „Kulturwochen – Der andere Blick“ eine Plattform bieten, um Perspektiven zu wechseln und Begegnungen zu ermöglichen.

Das Projekt wird von der Zentralen Bildungs- und Beratungsstelle für Migrant*innen Schleswig-Holstein in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein koordiniert. Ein breites Netzwerk aus Partner*innen gestaltet mit uns das vielfältige Veranstaltungsprogramm.

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Gemeinsames Statement zum Asyl- und Migrationspakt der EU-Kommission

Heute am 08. Oktober 2020 beraten die Innenminister*innen der verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten über den von der EU-Kommission vorgestellten Asyl- und Migrationspakt.

Das Bekenntnis zu einem menschlicheren Schutzansatz und die Betonung der Tatsache, dass Migration notwendig und positiv für Europa ist, mit der die Europäische Kommission den Pakt zu Migration und Asyl auf den Weg gebracht hat, ist zu begrüßen. Allerdings spiegelt sich diese Rhetorik nur spärlich in den entsprechenden Vorschlägen wider. Anstatt mit den Fehlern des bisherigen EU-Ansatzes zu brechen und einen echten Neuanfang zu bieten, läuft der Pakt Gefahr, den Fokus auf Auslagerung, Abschreckung, Abschottung und Rückführung noch zu verschärfen.“, dies ist ein Auszug aus dem Statement, das der Europäische Flüchtlingsrat, der Paritätische Gesamtverband und viele weitere NGOs geschrieben und unterzeichnet haben.

Um einen Neuanfang zu ermöglichen und Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, muss Bedenkliches geändert werden. Wir fordern:

  • die Ablehnung der obligatorischen Anwendung von Asyl- und Rückführungsverfahren an den Grenzen
  • die Beendigung von migrationsbezogener Haft
  • das Verbot der Inhaftierung von Kindern
  • eine erhebliche Ausweitung sicherer und legaler Zugangswege nach Europa
  • das Ende der Kriminalisierung und sonstigen Behinderung ziviler Seenotrettung und sonstiger ziviler Unterstützungsangebote.

Die gesamte Stellungnahme hier als PDF zum Herunterladen.


 

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Wir sind ein offenes Europa, wir wollen keine Festung sein!

Foto von der spontanen Demo am 10.09.2020 in Kiel.

Das Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist abgebrannt. Alle Menschen, die in diesem Lager wohnen mussten, sind obdachlos. Tausende haben die letzten beiden Nächte auf der Straße geschlafen. Die wenigen Habseligkeiten, die sie noch hatten sind größtenteils verbrannt. Rechte Bürgerwehren und gewaltbereite Polizisten stehen den Menschen gegenüber.

Wie soll es jetzt für die 12.000 Schutzsuchenden weitergehen? In den Lagern auf den griechischen Inseln, ganz besonders in Moria, mussten die Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen leben – das war nie ein Geheimnis. Seit Jahren ignoriert die Politik die untragbare Situation an den europäischen Außengrenzen.

Wir von der ZBBS und viele andere fordern schon lange, dass die Lager auf den griechischen Inseln aufgelöst werden müssen. Einige Bundesländer hatten sich bereit erklärt, Menschen aufzunehmen – Horst Seehofer hat dies verhindert.

Deutschland und Frankreich haben jetzt zugesagt 400 unbegleitete Kinder und Jugendliche aufzunehmen. Aber was ist mit den restlichen 11.600 Menschen? Auch sie haben ein Leben in Sicherheit verdient. Wir sagen: Wir haben Platz! Über 170 Städte und Kommunen haben sich dazu bereit erklärt, Geflüchtete aufzunehmen. Wir sind ein offenes Europa, wir wollen keine Festung sein!

Am Mittwochabend sind wir mit der Seebrücke Kiel und vielen anderen spontan auf die Straße gegangen und auch heute Abend werden wir uns wieder für die Aufnahme für geflüchtete Menschen, für ein offenes Europa und für mehr Menschlichkeit stark machen – wir werden nicht aufhören.

#LeaveNoOneBehind
#WirHabenPlatz

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Rassismus ist kein alter Hut mit einer neuen Schleife

er ist Alltag für viele von uns, uns die wir Teil eines Wir sind!

(c): Chichi aus Prinzip

Am 05.09. sind auch wir in Kiel zum Aktionstag gegen Rassismus mit vielen Freund*innen auf die Straße gegangen. Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der es angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht ausreichen darf, sich bei Veranstaltungen wie diesen gegen Rassismus und gegen rechts auszusprechen.
Das findet auch unsere Kollegin, Parinaz Mehranfar. Sie hat auf der Abschlusskundgebung eine tolle Rede gehalten, die es hier nochmal zum Nachlesen gibt:

Ich möchte mit einem Zitat beginnen:
„Niemand wird mit dem Hass auf andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft oder Religion geboren. Hass wird gelernt.“
Sie möchten gern wissen, wer das gesagt hat, das werde ich ihnen am Ende meines Beitrages sagen. Wenn sie das wissen möchten, müssen sie noch etwas bleiben.

Ich stelle mich ihnen kurz vor: Mein Name ist Parinaz Mehranfar und ich spreche im Namen der Bildungs- und Beratungsstelle ZBBS e.V., die seit 35 Jahren geflüchtete Menschen unterstützt und Ihnen zur Seite steht mit verschiedenen Beratungsangeboten, Projekten und Sprachkursen.
Im Sommer hatten wir unser 35 jähriges Jubiläum – das ist zum einen ein Grund zur Freude, weil viele Menschen in Beratungs- und Unterstützungsbedarf haben zu uns kommen können. Eine weit größere Freude wäre es, wenn es uns nicht bräuchte.

Wenn es ohne Bedeutung wäre, wo jemand geboren ist und wie oder warum er gekommen ist, dann würden die Menschen, die uns aufsuchen, uns gar nicht brauchen. Es wäre unerheblich, ob jemand – wie zum Beispiel ich – „deutsch“ ist, oder so genannte Migrant*in, und/oder Geflüchtete. Wenn Menschen, die vor etwas fliehen, sich nicht der Beurteilung aussetzen müssten, welche Qualität die Bedrohung hat vor der sie sich schützen mussten.

Ohne dieses Denken, gäbe es uns nicht. Und wir müssten heute möglicherweise auch nicht hier stehen und über Rassismus sprechen.

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MBE-Aktionstag 2020

Am 23. September ist der Aktionstag der MBE – der „Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer“. Wir wollen diesen Tag als Anlass nutzen, um die Arbeit in der MBE gerade in der jetzigen Situation und auch unsere neue Kollegin, Maria Skoruppa, vorzustellen.

Unsere Kolleginnen in der “Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer”: Ute Afane (links) und Maria Skoruppa (rechts).

Wie auch die anderen Beratungsangebote der ZBBS hat die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer mit den neuen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie zu kämpfen und musste einige Dinge verändern. So gibt es inzwischen keine offene Sprechstunde mehr, sondern ein Beratungsgespräch. Dies kann nur noch mit einem vorher vereinbarten Termin unter Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes stattfinden.

In einem Interview haben wir unsere Kolleginnen Ute Afane und Iroda Mukhammadieva bereits im August zu ihrer Arbeit befragt. Wie hat sich die Corona-Pandemie auf ihren Arbeitsalltag und den ihrer Klient*innen ausgewirkt?
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Neue Broschüre: Härtefallanträge

Menschen, die eine Duldung haben und deren Asylantrag abgelehnt worden ist, können einen Härtefallantrag stellen. Oftmals ist dies eine Chance in Deutschland zu bleiben.
In einem Härtefallantrag können Menschen zeigen, warum sie in Deutschland bleiben wollen und warum eine Abschiebung für sie sehr schlimm wäre. Diesen Antrag zu schreiben bedeutet viel Arbeit und Aufwand. Deshalb haben Kolleg*innen von der ZBBS eine Broschüre zum Thema Härtefallanträge erstellt. Sie gibt einen Überblick darüber:

  • wann man einen Härtefallantrag stellen kann,
  • wie der Prozess abläuft,
  • welche Unterlagen dazu gehören
  • und wer weiterhelfen kann.

Hier finden Sie die Broschüre zum Download.

Anwälte und Migrationsberatungsstellen können bei der Erstellung des Härtefallantrags unterstützen. Leider können wir aktuell nur Menschen, die in Kiel leben, zu diesem Thema beraten.

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WICHTIGE Informationen für abgelaufene und nicht genutzte Visa zur Familienzusammenführung

Wer aufgrund der Reisebeschränkungen ein Visum zur Familienzusammenführung nicht nutzen konnte, kann den Antrag auf vereinfachte Neuausstellung stellen. Wichtig hierfür ist, dass das Visum nach dem 15.03.2020 ausgestellt wurde. Jede Deutsche Botschaft handhabt die vereinfachte Neuausstellung anders und die Familien werden nur teilweise darüber informiert. Wenn man sich innerhalb der gesetzten Frist nicht bei der Deutschen Botschaft meldet, muss man den gesamten Visaprozess von neuem starten.

Aktuell haben wir die Informationen von der Deutschen Botschaft

  • Beirut
  • Nairobi
  • Amman
  • Algier
  • Dubai.

Sie sind im folgenden Text aufgelistet. Continue reading “WICHTIGE Informationen für abgelaufene und nicht genutzte Visa zur Familienzusammenführung”

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Pressemitteilung: Das Mahnmal bleibt!

Das zentrale »Mahnmal der im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas« ist durch Pläne der Deutschen Bahn bedroht. Eine Strecke der Berliner S-Bahn soll unter dem Mahnmal durchführen. Der Gedenkort soll (teilweise) entfernt und über viele Jahre gar nicht mehr zugänglich sein – Wir hatten bereits Ende Mai darüber berichtet.

Es gibt zur Zeit Gespräche über alternative Bahnstrecken – aber es steht nicht fest, wie diese Gespräche ausgehen werden.
Gemeinsam mit vielen weiteren Initiativen und Personen haben wir den Aufruf unterzeichnet, dass das Mahnmal erhalten bleiben soll:

„Aus Respekt für die bis zu 1,5 Millionen ermordeten Roma und Sinti Europas! Zeigt eure Solidarität, beteiligt euch und kämpft mit uns ums Mahnmal – egal wo, egal wie – by any means necessary!”

Die komplette Pressemitteilung des Bundes Roma Verband  e.V. gibt es hier als PDF.

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Unsere Forderungen zum “Weltflüchtlingstag” 2020 – LeaveNoOneBehind

Heute am 20. Juni ist der “Weltflüchtlingstag” der Vereinten Nationen. Wir wollen diesen Tag als Anlass nutzen, um erneut auf die Lage der Menschen aufmerksam zu machen, die momentan auf der Flucht sind und unter anderem in den Lagern auf den griechischen Inseln unter unmenschlichen Bedingungen ausharren müssen.

Wir sehen die Landesregierung in Schleswig-Holstein in der Pflicht, sich aktiv daran zu beteiligen ein Landesaufnahmeprogramm für Menschen auf der Flucht ins Leben zu rufen! Bisher wurden von Deutschland lediglich 47 Personen aus den Lagern aufgenommen. Bei der Innenministerkonferenz, die gestern zu Ende ging, wurde beschlossen 250 besonders schutzbedürftigen Minderjährigen aufzunehmen. Dies steht jedoch in keinem Verhältnis zu der Zahl der noch Schutzsuchenden. Wir fordern die Landesregierung auf: Werden Sie aktiv, damit Worte nicht Worte bleiben. #LeaveNoOneBehind!

 

Falls das Video nicht angezeigt wird, folgen Sie bitte folgendem Link: https://youtu.be/0-NQEhyYKa8

 

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Aufruf zur Unterzeichnung der Petition “Das Mahnmal der ermordeten Sinti & Roma bleibt!”

Wir von der ZBBS rufen dazu auf, die Petition “Das Mahnmal der ermordeten Sinti & Roma bleibt!” zu unterzeichnen: https://www.change.org/p/deutsche-bahn-ag-das-mahnmal-der-ermordeten-sinti-roma-bleibt

Hier veröffentlichen wir die Stellungnahme des Vereins Rom e. V. Köln zur geplanten Entfernung bzw. Verkleinerung des Mahnmals für Sinti und Roma in Berlin durch die Deutsche Bahn:

Schockiert nehmen wir im Rom e. V. zur Kenntnis, dass die Deutsche Bahn (Rechtsnachfolgerin der Deutschen Reichsbahn) plant, das erst 2012 nach langen Jahrzehnten des Kampfes errichtete Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma in Berlin für den Bau der S-Bahn zu entfernen bzw. zu verkleinern und an den Rand der geplanten Gleisanlagen zu verdrängen.

Das plant die Deutsche Bahn in beispielloser Ignoranz und mit einer Geschichtslosigkeit die Ihresgleichen sucht. Laut TAZ-Artikel vom 22.05.2020 fiel man bei der Bahn aus allen Wolken als deutlich wurde, dass sich Widerstand gegen die Pläne formiert. Das macht deutlich „wes Geistes Kind man bei der Bahn ist“.

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