taz-Artikel zu 2 Jahre Bezahlkarte für Geflüchtete

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Empfehlung: Der aktuelle taz-Artikel „Zwei Jahre Bezahlkarte für Geflüchtete – Die Rechnung geht nicht auf“ vom 15.05.2026 zieht eine kritische Bilanz nach zwei Jahren Bezahlkarte für Geflüchtete — und bestätigt viele Probleme, auf die Beratungsstellen, Sozialverbände und Betroffene seit langem hinweisen.

Die Bezahlkarte bedeutet für viele Menschen nicht weniger Bürokratie, sondern neue Einschränkungen im Alltag: begrenzte Bargeldabhebungen, komplizierte Genehmigungen für Überweisungen und Probleme beim Bezahlen auf Flohmärkten, Wochenmärkten, in Second-Hand-Läden oder bei Vereins- und Schulaktivitäten.

Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Klassenkassen, Schulausflüge oder Sportvereine funktionieren oft nur mit Bargeld. Gleichzeitig liegen die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ohnehin weit unter dem Existenzminimum.

Der Artikel zeigt außerdem: Die versprochene Verwaltungsvereinfachung bleibt aus. Stattdessen entstehen neue technische Systeme, Kontrollmechanismen und zusätzliche Kosten in Millionenhöhe. Allein Berlin rechnet mit rund 10 Millionen Euro jährlich für die Einführung der Karte.

Die AWO spricht deshalb von „erschwerter Teilhabe“ und einer verfehlten Wirkung. Während enorme Summen in Kontrolle investiert werden, fehlen Mittel für Sprachkurse, Beratung, Kinderbetreuung und echte Integrationsangebote.

Ein sehr lesenswerter Artikel über Symbolpolitik, gesellschaftliche Teilhabe und die Frage, welche Art von Sozialstaat wir wollen.

„Die Rechnung geht nicht auf“ – taz, 15.05.2026
https://taz.de/Zwei-Jahre-Bezahlkarte-fuer-Gefluechtete/!6178797/

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